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Sattelschmiede  http://www.rennradsattel-sattelmax.de

Lederarbeiten

Ich bin in einer Lederstadt geboren und habe Gerbsäure im Blut. Meine Vorfahren hatten eine Lederfabrik, und für mich war es jedesmal wie Weihnachten, wenn ich in der Fabrik rumstromern durfte, bevor ich meinen “Großvater” vom Kontor abholte, um anschließend in einer Konditorei den Tag zu krönen. Der Ersatzgroßvater (Bruder meiner Großmutter) hatte selbst keine Kinder, deshalb wuchsen meine Mutter wie auch wir Kinder in seinem Haus wie seine eigenen auf.

MAXSattel-Leder

Es macht mir Spaß, mit Leder zu arbeiten. Für Taschen und auch für die Bezüge von Motorradsitzen verwende ich meist Rindleder. Erst jetzt, wo ich mich auf Rennradsättel konzentriere, verwende ich für die Bezüge Ziegenleder. Das ist dünner und folglich leichter, und hier spielt das Gewicht eine große Rolle. In der Lederfabrik wurde vor allem Ziegenleder veredelt. Auch aus Indien, kann ich mich erinnern. Es gab auch eine Gerberei, die aus gutem Grund außerhalb des Städtchens angesiedelt war. Inzwischen ist in den Fabrikräumen der Landkreis der Stadt untergebracht. Immerhin stehen die Fabrikgebäude weitestgehend noch.

SattelMAX-kleine Kamera-Tasche

Mit dem Nähen von Taschen ging es los, als ich für mein damaliges Hobby, Fotografieren, ein Täschchen aus natürlichem Rindleder bei einem Sattler in Auftrag gab. Die Machart war eher rustikal, zwar fachmännisch, aber mich hatten die ungleichmäßigen Nähte von Anfang an gestört. Die kommen vom – mühsamen – Stechen der Löcher mit einer speziellen Ahle. Ich hab mich davon freigemacht und die Löcher mit einer Lochzange hergestellt. So gibt es wesentlich gleichmäßigere Nähte, und es geht schneller von der Hand. Allerdings müssen die Lochabstände schön gleichmäßig ausgeführt werden. Dafür hab ich zuerst eine Schablone und später ein Rundholz, gespickt mit kleinen Nägeln im exakt gleichen Abstand angefertigt. Inzwischen hab ich den Lochabstand im Blut und markiere keine Lochpunkte mehr.

SattelMAX-Leder

Das wichtigste ist Geduld bei den Lederarbeiten. Das Entwerfen und das Zuschneiden sind bereits zeitintensiv. Das Lochen zwangsläufig auch, während das Nähen dann vergleichsweise flott von der Hand geht. Es ist aber reine Liebhaberei, denn es gehen so viele Stunden in die Herstellung z.B. einer Tasche, dass kaum jemand bereit ist, einen angemessenen Preis hierfür zu bezahlen. Ich hab es aber auch noch nie probiert.